30.05.2011

„Stipman philosophiert“ IV.

Oh Liebe, Liebe, großes Geben, lass mich dir mein Leben geben, sprach der junge Mann zu seinem Herzen als er auf die Leiter stieg um sein brennendes Herz, das ungeliebt, erneut zu entflammen und man sties ihn wissentlich hinab…

Zu sehr lieben ist ein Seelentod. Zu wenig lieben ist der Stillstand.
Der Seelentod ist schwer zu verkraften. Der Stillstand aber ist zu wenig zum lieben.

Was ist föderlicher als der Seelentod, der Seelenmord, wenn nicht durch die Weisheit blicken und sich selbst um eine Einheit zu verrücken?

Verrückt, für verrückt erklärt, ist man in seinem Elternhause, seinem Dorfe, drum zieht man aus und sucht sich Menschen, die die einem Wahrheit spenden übers eigne Wesen, so kommt man endlich drum rum ums ewige Verwesen…

Was ist aber das ewige Verwesen mehr, als das Leben der, ja derer, die sich nicht erkennen und die Heilige die Schufte nennen, weil sies selbst auch könnten, Heilige zu sein, doch wollen sie verwesen und stinken nicht weil sie nicht riehen und nicht gerochen werden von den anderen, die ebenfalls verwesen… denn diese Seelen sind entbehrlich für die Welt. Die Welt sieht sie und vermag sie nicht zu lieben. Denn sie sind alle umgetrieben von den leichten, siehenden Dingen, vom Versteckspiel und vom Finden.

Sie spielen alle dieses Spiel, rufen sich zu Worte, viel zu viel. Und dann reden sie danach davon wie schön es war und verhindern in sich das Leben außerhalb der Schar. Denn diese sind die Herdentiere und jeder Heilige verliere sie im Angesicht ihres Zusammenhalts, der so schön gespielt ist. Es ist noch besser als es das Theater ist, denn die Spielenden sie tragen Masken und sie necken und sie hasten, und sie treiben es mit anderen wie sies mit sich selbst treiben, und sie versuchen sich nicht, denn sie bleiben, was sie sind und was sie waren, entsinnen sich nicht eines wahren Geistes, den sie schlachteten und in den Grube warfen… das Herdentier, das hat Moral…

Moral und Herdentiere das ist fast das gleiche, denn sie bedingen sich, weil sie nicht können ohne einander. Sie können nicht ohne einander, weswegen nur?
Mag sein es ist ihr Tun, ach so moralisch! Und ihr Reden, ach so redlich! Und ihr Denken, ach wie philosophisch! Oder aber es ist ihr Trieb, ach wie armselig!

Sagt man ihnen die Wahrheit, ach sie tun sie ab. Sagt man ihnen das Rechte, ach sie tun es ab. Sagt man ihnen die Weisheit, ach sie verachten sie…

Die Herde bleibt die Herde. Sie hat keinen Schäfer, sie scheert sich nicht… Sie zieht nicht umher, wo es ein paar Schafen gefällt, dort lässt sie sich nieder, grasst alles ab und wirft sich wie die Säue in den eigenen Dreck, suhlt sich darin und wartet auf ein neues Morgen. Aber sie hat kein Morgengrauen bis sie sich schließlich erwacht in der Sonne, in der Hitze des Sommers, sie stinkt dann von Schweiß und treibt sich selbst auseinander, wer zu viel stinkt wird im Schlaf erschlagen, wer zu viel schläft hoffe nicht mehr aufzuwachen, und er glaubt das sogar. Viel Schlafen ist heilsam, denn es gibt einem den Tod, denn es stinkt von der Herde her. Und es rieht nach zu viel Schlaf.
Aber die säuischen Schafe wachen doch auf und erschlagen die anderen im Schlaf, bis die letzte Sau dran glauben muss und ein Schaf über ist. Dieses ist dann einsam und sucht sie eine neue Heerde. Aber es findet keine, darum stribt auch dieses…
Und es stinkt und es verwest und dann liegen nur noch die Knochen da und andere Herden sehen sie und halten still und es gehen Gerüchte das diese Knochen von denen sind die den Heiligen nachgefolgt sind. Und man vertreibt wieder die Heiligen aus den Herden… ach, schüfen sich die Heiligen nur ihre Herden und nicht immer die Herden ihre Heiligen!

Und dann so es Herdenmoral nicht mehr gibt so entsteht sie und wenn sie entsteht gibt es keine Moral mehr… und die Schafe weiden alle ab und kein Grashalm ist mehr über und wegen des üppigen Mahls rasten sie und danach fasten sie und dann erliegen sie wieder ihrem Schicksal, denn ihr Schicksal ist es die Heiligen hart zu schlagen und ihr Gegenteil zu sein, sodass sie Heiligen wissen wie sie selbst sind. Und Heilige gibt es einen aus tausend und zwei aus zehntausend… und Herden gibt es so viele es gibt. Und Herdentiermoral gibt nur einmal und des Heiligen Philosophie gibt es nur einmal… Wenn die Herden jedoch die „Moral“ der Heiligen benützen, damit sie nicht ihre eigenen Felder abgrasen müssen, sondern Fremde, so verderben sie sie und wie die Säue wird auch die „Moral“. Und die Moral wehrt sich und die Herde gibt sich moralisch und grast nur noch fremde Felder ab und sie triumphiert und ist die größte Herde und nennt sich die „Vierte Herde“, denn es waren drei Herden vor ihr. Und sie zwingt die Heiligen in die Knie vor allen Tälern und Gipfeln. Und viele Heilige meinen sie sollten die „Vierte Herde“ ehren, da sie sich selbst ehrt… und so gibt es keine Heiligen mehr. Und so ist alles geschaffen aus der falschen Moral heraus und es gibt keine Moral mehr, die nicht richtig ist, weil sie nicht falsch ist…

Und eines Tages spricht man von den vertriebenen Heiligen wie von den Stiftern der Vierten Herde und sie, sie Schafe leugnen, dass sie wie die Säue waren und man ruft einen Feiertag aus und fastet, denn man isst kein Gras und am Ende des Tages zieht man sich die Zeichen der Macht an, denn man herrscht und man kleidet sich in goldene Gewänder und man zieht aus zu einem Berg, den man „Das Schaf“ nennt und kniet sich nieder und betet und manchmal geht das Gerücht um hier hätte ein Heiliger gelebt, der von seiner Herde verstoßen war und die einflussreichen Schafe rufen einen neuen Tag des fastens aus und beten zum Berg „Dem heiligen Schaf sei Ehre“.
Und man tut immernoch so als wäre man nicht verwandt mit den Säuen…

Und eines Tages gibt es Krieg mit anderen Schafen und man siegt und schlachtet alle Besiegten, weil sie nicht den Berg „Das Schaf“ anbeten… und andere Herden tun es später, denn sie zittern vor der Macht dieser Herde. Und den Herden werden Täler zugewiesen, solange bis man auf den Wald stößt… und dann auf die Wilden trifft, die nicht in Herden leben und man kämpft gegen sie und besiegt sie und macht das Land urbar…

Oh Hass, Hass, große Wut, lass mich dir mein Leben geben, sprach der junge Mann zu seinem Herzen als er von der Leiter stieg um sein brennendes Herz, das voll Liebe war, erstmalig zu erlöschen und man fürchtete sie vor ihm…

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien