Die Nacht erwacht in ihren Wehen und die Kinder spielen und sie gehen und sie schreien und sie treten in den Schoß der Mutter ein…
Die Nacht erwacht in ihren Wehen und die Alten sterben und sie lassen sich zurück und sie glauben nicht mehr an das Glück…
Denn sie wissen wie die Kinder einst was es heißt zu sein Beweis, für die Ewigkeit und den Tag, ja den Augenblick…
Der Tag kommt und er vergeht und er strebt danach, dass er sich lebt und er will, dass man ihn preist und Mond und Sonne heißt.
Und der Mond, die Sonne, ja, die beiden bilden was einst war ein Einziges…
Ich ging aus die Wunder zu erfahren und sie zu sehen, sie die zarten, lichten, Nacht und Tag gestallten, bevor ich fuhr zu anderen Arten – zur Kunst und zur Liebelei und beides ist nun einerlei und beides ist nur tot, doch frei in meinen Arten, und erwarten und erwarten…
Ich erwarte mir nichts mehr und ich strebe nach nichts mehr, ich sehne zwar noch heiß und hungernd nach den Menschen und dem Kummer, doch nicht mehr bin ich Mensch, noch traurig Wesen, all das Alte – es ist aufgegeben…
Was die Sehnsucht für mich heißt, der im Walde ist vergreist, dass kann ich keinem Jünger sprechen, nicht den Weibern, nicht bei Messen, doch den Blättern flüstre ich es zu und dem Baume gibt es Ruh, dass er mir für immer bei sich weiß, dass er sich mir ergiebt wie ich mich ergab, als ich ihn fand und in mir gebahr.
Nun sinds schon 30 Jahr und immernoch bin ich der Alte Weise, doch nichts weiß ich mehr von meiner Reise, nichts mehr von den ganzen Dingen die Hilfe waren, die bestimmen, was ein jeden Tag zerreist und am Ende da die Seele ist verweist, da hat mans hinter sich, was einmal in ihr war…
…ich liebe mich nun umsomehr als ich nur die Bäume ehr, ich liebe mich nun weniger als ich es jemals tat, denn als das was die Seele barg ist fort und ich bin nun erschöpft, gekröpft und als Nichts erweckt und als Erstes muss ich morgens wagen mich nach einer Frau zu sehnen die mich kargen alten Stein empfängt, ihren Rock den meinen nennt… und so spiel ich auf der Harfe und spiel des Lebens Lied im Sinn und eben diesen, den einst Laozi empfing – und schrieb und einsam ritt zur Grenze, und hinterlies in Gänze eine heil´ge Philosophie für die die nach ihm kamen – von mir wirds so was geben nie…
Kein Blatt mag ich beschreiben, in Einsamkeit mag ich mich eher weiden und eher noch als Liebe, lieb ich die Einsamkeit, die bliebe, ritt auch ich auf dem Büffel fort, fort an einen andren Ort… wo keine Weiber kommen mir in meinen Sinn, die ich geliebt, gekannt, erwägt, gelassen, vergessen, übergangen hab. Mein Liebeslied ist doch so stark dass ich all dieses nie verbarg vor denen die ihre Wege zu mir fanden, die erstarkten und erfanden sich, was ihrer Liebe wegen geschah…. auch sie verliesen mich… doch verlies ich sie? Niemals…
Und denk ich noch an diesen Burschen und an ihre Ängste, Wagnisse und Geburten – melancholisch wird mein Herz mir in der Brust, denn ich weiß es, Alter, noch eines musst – die Ehre geben deinem Wesen um all des Vergangnen wegen.
Da ich Nachts die Stern besehe, da ich über Weiber mich entbehre und übers Sterben mich bekehre – was bleibt mir anderes denn mein reines Ich. Und vieles mehr als dies sagte mir junge Frau, dass kann ich mit dir nicht teilen und wie könnt ich dann verweilen bei dir und wegen mir, nicht wegen dir, denn ich bin nicht so wie du, ich bin viel mehr die Einfachheit als, dass ich sein kann deines, Weib.
Und wenn ich Alten, wirklich etwas schmerzt, dann ist es dieses einsame Rückwärts der Erinnerungen an die Brüste und das Küssen und das müsste doch gewonnen sein, und ihr Herz sei ewig mein…
Nun hab ich Wälder, Dörfer, diene den Geringen, und diene mir allein, und immernoch sehn ich die Gefährtin mir herbei…
Wo bist du, Holde, wo kannst du sein? Wie bin ich ewig so allein und suche dich, willst du nicht suchen endlich mich? Willst du lieben und verlassen, willst du streiten und auch hassen – alles sei dir hier gegeben, mehr noch in dem nächsten Leben. Und gar erst auf den heiligen Planeten…
Einsamkeit muss ich wohl ewig leben… doch so nennen sie mich Yogi auch – den Einsamen, ohne Braut…